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Frau prüft einen frisch aufgeklebten Flicken am Ärmel ihrer schwarzen Daunenjacke

Daunenjacke flicken: kleines Loch reparieren, ohne dass Daunen austreten

, 12 min Lesezeit

Daunenjacke flicken, ohne dass Daunen austreten: Federn zurückholen, Klebeflicken richtig setzen, Nähte schließen und wann die Schneiderei hilft.

Ein Moment an der Haltestelle genügt. Der Klettverschluss der Handtasche verhakt sich am Ärmel, Sie ziehen den Arm zurück, und wenig später sitzt ein weißes Flöckchen auf dem schwarzen Stoff. Muss die Jacke jetzt in die Schneiderei? Meist nicht. Eine Daunenjacke flicken Sie bei einem kleinen Loch in aller Regel selbst, mit einem passenden Flicken, etwas Geduld und einem freien Platz am Küchentisch.

Heikel sind eigentlich nur die ersten Sekunden, denn der Griff, der sich aufdrängt, macht das Loch größer. Danach geht es um das Werkzeug. Reicht ein Klebeflicken, oder müssen Nadel und Faden ran? Das entscheidet vor allem die Stelle, an der es passiert ist. Und manchmal ist die Änderungsschneiderei tatsächlich die bessere Adresse.

Was tun, wenn Daunen aus dem Loch kommen?

Nicht daran ziehen. Fassen Sie die Feder unter dem Stoff, also durch das Gewebe hindurch, und holen Sie sie zurück in die Kammer. Anschließend reiben Sie die Stelle mit einer leicht angefeuchteten Fingerkuppe, damit die Fäden wieder zusammenrücken. Ein echtes Loch kleben Sie so bald wie möglich ab.

Fingerspitzen holen eine austretende Feder zurück in den Ärmel einer schwarzen Daunenjacke

Nicht jeder weiße Punkt bedeutet ein Loch. Oft schiebt sich nur der Kiel einer kleinen Feder durch den dicht gewebten Außenstoff. Reine Daunenflocken haben keinen Kiel, sie schaffen das selten. Ziehen Sie die Feder an der Spitze heraus, ist sie zwar weg, doch die Lücke zwischen den Fäden wird dabei weiter, und die nächsten Federn finden denselben Weg. Das Phänomen hat sogar einen Namen: Durchdaunen. Mit Zurückholen und Reiben ist es in der Regel erledigt.

Ernster wird es, wenn der Stoff selbst beschädigt ist. Ein Schnitt, ein Winkelriss vom Gartenzaun, eine durchgescheuerte Stelle an der Schulter oder ein kleines Brandloch nach dem Abend an der Feuerschale: Hier hält das Zurückschieben nur ein paar Minuten. Für den Heimweg reicht ein Streifen Klebeband über der Stelle. Die Kleberreste wischen Sie zu Hause mit etwas Alkohol ab, bevor der richtige Flicken kommt.

Wie sehr so ein Missgeschick ins Auge fällt, hängt an der Farbe. Wer schwarze Daunenjacken trägt, entdeckt jedes helle Flöckchen sofort. Auf Creme und Weiß sieht man eher den Flicken selbst, sobald seine Kante mit der Zeit etwas Schmutz annimmt.

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Erst flicken oder erst waschen?

Zuerst flicken. In der Trommel wird die Jacke gedreht und kräftig geschleudert. Aus einem offenen Loch können dabei Daunen ins Waschwasser wandern, und die Ränder eines Risses fransen weiter aus. Mit geschlossener Stelle übersteht die Jacke den Waschgang besser.

Haften wird ein Flicken allerdings nur auf sauberem, fettfreiem Stoff. Die ganze Jacke muss dafür nicht in die Maschine, es genügt, die Stelle selbst zu säubern. Nehmen Sie ein Wattepad mit Isopropylalkohol (gibt es in der Apotheke) oder lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und tupfen Sie danach mit klarem Wasser nach. Bei glänzendem Stoff testen Sie das Mittel vorher unter dem Kragen oder an der Saumkante. Dann trocknen lassen, wirklich trocken. Auf feuchtem Nylon hält Kleber schlecht.

Ist die Wäsche ohnehin fällig, braucht der Kleber zuerst seine Zeit. Wie lange er aushärten muss, steht auf der Packung des Flickens, und so lange bleibt die Maschine zu. Welches Programm eine Daunenjacke verträgt und wie stark sie geschleudert werden darf, erklärt unser Ratgeber zum Waschen von Daunenjacken.

Daunenjacke flicken: kleines Loch mit Klebeflicken schließen

Für ein kleines Loch oder einen kurzen Riss ist ein selbstklebender Reparaturflicken aus Nylon die unkomplizierteste Lösung. Er ist dünn und geht jede Bewegung des Stoffs mit. Hitze braucht er in der Regel nicht. Erhältlich sind solche Flicken einzeln oder als Bogen, den Sie selbst zuschneiden.

Daunenjacke flicken: runder Klebeflicken wird auf den Ärmel einer camelfarbenen Jacke gedrückt
  1. Die Jacke flach auf den Tisch legen, ausgetretene Daunen zurück in die Kammer schieben und den Stoff rund um das Loch glatt streichen.
  2. Die Stelle reinigen, wie oben beschrieben, und vollständig trocknen lassen.
  3. Den Flicken zuschneiden: als Faustregel rundum gut einen Zentimeter größer als der Schaden, mit abgerundeten Ecken oder gleich als Kreis oder Oval.
  4. Das Schutzpapier abziehen und die Klebeseite dabei möglichst nicht berühren.
  5. Den Flicken mittig auflegen und von der Mitte zum Rand hin fest andrücken. Die Kante fahren Sie mit dem Fingernagel noch einmal rundherum nach.
  6. Mit milder Wärme nur dann nachhelfen, wenn die Packung das vorsieht, etwa mit dem Föhn auf niedriger Stufe.
  7. Die Jacke liegen lassen, bis der Kleber ausgehärtet ist.

Weshalb die runden Ecken? Meist hebt sich ein Flicken zuerst an einer Spitze, besonders an Ärmeln und Ellenbogen, die sich bei jedem Griff zur Tasche biegen. Eine runde Kante gibt dem Ablösen keinen Ansatzpunkt.

Den zweiten typischen Fehler bemerkt man erst nach ein paar Tagen: ein Flicken quer über einer Steppnaht. Die Naht bildet eine kleine Stufe im Stoff, unter dem Kleber bleibt neben ihr ein Spalt, und von dort aus hebt sich der Rand. Sitzt das Loch direkt an der Naht, sind Nadel und Faden meist die bessere Lösung, mehr dazu weiter unten.

Übersteht so ein Flicken später die Waschmaschine? Ist er als waschbar ausgewiesen und gut angedrückt, verkraftet er in der Regel den Schonwaschgang. Kritischer ist der Trockner, denn viel Wärme kann Kleber weich machen. Stellen Sie eine niedrige Temperatur ein und schauen Sie sich die Ränder danach an. Wie die Daunen im Trockner oder an der Luft wieder locker werden, lesen Sie im Beitrag zum Trocknen einer Daunenjacke.

Welcher Flicken passt zu einer schwarzen Daunenjacke?

Ein schwarzer. Wer eine Daunenjacke in Schwarz flicken will, merkt den Unterschied spätestens draußen: Unter der Deckenlampe wirken Dunkelgrau und Marine noch passend, im Tageslicht nicht mehr. Halten Sie Flicken und Ärmel deshalb vor dem Zuschneiden nebeneinander ans Fenster.

Schmaler ovaler Flicken folgt der Steppkammer einer glänzenden schwarzen Daunenjacke

Mindestens so wichtig wie der Farbton ist der Glanz. Viele Reparaturflicken sind matt. Auf mattem Außenstoff spielt das kaum eine Rolle, auf Lack-Optik dagegen sieht man es sofort. Eine glänzende schwarze Daunenjacke mit Packbeutel spiegelt das Licht auf jeder Kammer, ein stumpfer Flicken wirkt darauf wie ein Fleck. Greifen Sie hier zu einem Flicken mit glänzender Oberfläche und schneiden Sie ihn als schmales Oval zu, das der Richtung der Steppkammer folgt. Dann liest das Auge ihn eher als Teil der Jacke.

Glatte Stoffe haben noch eine zweite Tücke. Sie tragen häufig eine Beschichtung oder eine wasserabweisende Ausrüstung, und darauf greift Kleber schlechter als auf unbehandeltem Gewebe. Reinigen Sie gründlicher und drücken Sie länger an. Nach einer Weile lohnt es sich, die Kante ein zweites Mal festzustreichen. Wer gern glänzende Daunenjacken trägt, legt sich am besten schon vor dem ersten Malheur einen passenden Flicken in die Schublade.

Für den Faden gilt dieselbe Regel: Schwarz auf Schwarz, am besten Polyestergarn. Ein dunkelblauer Faden verrät sich beim ersten Sonnenstrahl.

Darf ein Bügelflicken auf Nylon?

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Nur mit viel Vorsicht, und nur, wenn die Packung Nylon oder Synthetik ausdrücklich nennt. Der Außenstoff einer Daunenjacke ist meist eine Kunstfaser. Bei unseren Jacken nennt der Hersteller in der Regel Nylon oder Polyester, die genaue Zusammensetzung steht auf dem Etikett. Beide Fasern vertragen wenig Hitze. Ist das Bügeleisen zu heiß, bleibt eine harte, glänzende Stelle zurück, im schlimmsten Fall ein geschmolzenes Loch, und das ist ärgerlicher als der kleine Schaden vorher.

Der Haken: Viele Bügelflicken brauchen für ihren Kleber eine Temperatur, die eher zu Baumwolle passt. Nylon dagegen will die niedrigste Stufe. Das verträgt sich selten. Falls Sie es dennoch probieren möchten, dann ohne Dampf, mit einem Baumwolltuch zwischen Eisen und Flicken, mit kurzem Druck und erst nach einem Test an einer verdeckten Stelle. Direkt auf den Nylonstoff gehört das Eisen nie.

Bei den meisten Daunenjacken bleibt der selbstklebende Flicken also die sicherere Wahl. Er braucht kein Bügeleisen, und beim Aufkleben kann wenig schiefgehen.

Daunenjacke Loch reparieren mit Nadel und Faden

Zur Nadel greifen Sie vor allem, wenn eine Naht aufgegangen ist: an der Schulter, am Ärmelansatz, an der Seite oder entlang einer Steppnaht. Mitten in einer Kammer ist ein Flicken meist klüger. Jeder Stich hinterlässt ein winziges neues Loch im daunendichten Stoff, und durch jedes kann später eine Feder wandern.

Kleine Handstiche schließen eine aufgegangene Seitennaht an einer olivgrünen Daunenjacke

Dafür brauchen Sie eine feine Nadel, Polyestergarn in der Farbe der Jacke, einen Fingerhut und gutes Licht. Drücken Sie die Daunen vorher mit den Fingern von der Stelle weg in die Kammer. Geraten sie in den Faden, zieht jeder Stich weitere hinter sich her.

Ist an einer Steppnaht nur der Faden gerissen, nähen Sie mit kleinen Rückstichen nach, und zwar möglichst genau in den alten Stichlöchern. So entstehen kaum neue Löcher. Eine offene Seiten- oder Schulternaht schließen Sie dagegen mit dem Matratzenstich, den manche auch Leiterstich nennen: beide Stoffkanten leicht nach innen legen, dann abwechselnd links und rechts ein paar Millimeter in die Falte stechen, immer genau gegenüber. Nach einigen Stichen ziehen Sie den Faden behutsam an, und die Kanten legen sich aneinander. Kleine Stiche, wenig Abstand. Am Ende den Faden innen vernähen.

Gerade Nähte sind dankbar. Geschwungene fordern Geduld: Bei einer schwarzen Daunenjacke mit Wellensteppung beschreibt jede Steppnaht eine Kurve, und wer den Faden zu stramm zieht, wirft kleine Falten. Lieber oft nachjustieren als einmal kräftig ziehen.

Bei einem kurzen, geraden Riss mitten im Stoff lässt sich beides verbinden. Sie holen die Kanten mit wenigen Stichen zusammen und setzen anschließend einen Klebeflicken darüber, der die Stichlöcher abdeckt.

Wann gehört die Jacke in die Änderungsschneiderei?

Sobald der Schaden größer ist als das, was ein Flicken vernünftig abdeckt, oder wenn es um Technik geht statt um Stoff. Typische Fälle:

  • Risse, die länger sind als ein paar Zentimeter, und Winkelrisse, wie sie an einer Autotür oder einem Zaun entstehen.
  • Ein Reißverschluss, der nicht mehr schließt. Oft ist nur der Schieber ausgeleiert und lässt sich tauschen; ein komplett neuer Reißverschluss ist aufwendiger, weil er in Vorderteil und Steppung eingenäht ist.
  • Eine Kammer, die sichtbar flach geworden ist, weil viele Daunen verloren gingen. Manche Werkstätten füllen nach.
  • Größere Brandlöcher mit hartem, geschmolzenem Rand.
  • Ein Riss im Fellbesatz von Kapuze oder Kragen. Fell wird anders genäht als Nylon, dafür gibt es Kürschnereien.

Rufen Sie vorher kurz an und fragen Sie, ob die Werkstatt Daunenjacken annimmt, denn nicht jede tut das. Zeigen Sie dort auch das Etikett. Meist stehen darauf Außenstoff und Füllung, und danach richten sich Nadel, Garn und Flicken.

Damit es gar nicht erst reißt

Ein Loch kündigt sich selten an, meist reicht eine Sekunde. Ein paar Momente kehren dabei immer wieder:

  • Klettverschlüsse an Handtaschen und Handschuhen oder an der Jacke des Kindes, das Sie auf dem Arm tragen.
  • Funken von Wunderkerzen und Feuerschalen. An Silvester und am Lagerfeuer lieber eine ältere Jacke anziehen.
  • Riemen von Rucksack und Umhängetasche, die immer an derselben Stelle der Schulter reiben.
  • Hundekrallen, Äste und die scharfe Kante am Fahrradkorb oder an der Autotür.

Und wenn es doch passiert: nichts herausziehen und die Stelle bald schließen. Ihre Daunenjacke flicken Sie mit etwas Sorgfalt in den meisten Fällen selbst. Ganz verschwinden wird ein Flicken nicht, aber die Kammer bleibt zu, und die Jacke ist bereit für den nächsten kalten Morgen. Beachten Sie immer das Pflegeetikett Ihrer Jacke; die Hinweise hier gelten für Daunenjacken allgemein.

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